Warum Tabak Implantate scheitern lässt
Nikotin und Kohlenmonoxid reduzieren die Zahnfleisch- und Knochendurchblutung. Ergebnis: Knochen um das Implantat heilt langsamer und schlechter, Risiko unvollständiger Osseointegration verdoppelt bis verdreifacht sich bei über 10 Zigaretten/Tag.
Zu kennende Zahlen
Bei Nichtrauchern: 96-98 % 10-Jahres-Erfolgsrate. Bei aktiven Rauchern: 82-90 % je nach Studie — dreimal mehr Ausfälle. Signifikant, aber nicht disqualifizierend bei richtigem Protokoll.
Minimale temporäre Entwöhnung
Internationales Protokoll: kompletter Stopp 2 Wochen vor OP und 6-8 Wochen nach. Die kritische Knochenheilungsphase. Reduzierte Wiederaufnahme (unter 10/Tag) bevorzugt, aber die 8-10 Wochen sind entscheidend.
Nikotinersatz: erlaubt?
Pflaster und Nikotinkaugummi in den ersten 3 postoperativen Wochen vermeiden (Nikotin allein bleibt gefäßverengend). E-Zigaretten gleiches Problem. In der Praxis ist eine echte 4-6-Wochen-Pause am effektivsten.
Wenn Entwöhnung unmöglich
Ein Raucher, der nicht aufhören kann, bleibt Implantatkandidat, aber mit engmaschiger Nachsorge, verlängerten Antibiotika und oft angepasster Garantie. Der Kostenvoranschlag berücksichtigt es. Schlimmster Fall: rauchen ohne Angabe und den Erfolg gefährden.
Tabak verbietet keine Implantate — er erfordert strikte temporäre Entwöhnung. Zwei Monate Pause stellen fast normale Erfolgsraten wieder her. Sprechen Sie es ab der ersten Beratung an; klinisches Thema, nicht moralisches.

